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JAY | ART - Kursstories
Schreibergüsse aus dem Kurs kreatives Schreiben
by JAY Aufgabe #1
Was ich mit meinem Schreiben erreichen möchte?
Aufgabenstellung:
Erster Gedanke - bester Gedanke
10 Minuten einfach drauflos schreiben
nicht groß nachdenken
nicht auf Grammatik und Rechtschreibung achten
Was ich mit meinem Schreiben erreichen möchte:
Da gibt es diese Gedanken
wirr und willkürlich
hin und her, kreuz und quer.
Gefühle, die mal heftig
mal gut unterdrückt
raus wollen ans Licht.
sortieren und beschreiben
genau auf den Punkt
Klare Worte die...
keine Zweifel lassen! -
Aufgabe #2
nonsense
Aufgabenstellung:
nonsense (Müll, Pulp, ...) schreiben
10 Minuten einfach drauflos schreiben
nicht groß nachdenken
von Unsinn und ohne Sinn
Schreiben ohne Sinn ist Unsinn?
Unsinn schreiben ist dann sinnig?
Ist dann x = x + y ?
Ist dann Schrödingers Katze garnicht im Karton?
Ist dann Ausdehnung nicht des Universums Richtung?
Ist dann der Schatten schneller als das Licht?
Ist dann Tribbles allseits bekannt?
Ist dann das 6. Gebot nur eine Empfehlung? Und warum hat‘s es nur auf Platz 6 geschafft?
Ist dann die Steigerung von flüssig überflüssig?
Ist dann 42 nur der Anfang aller Antworten?
Ist dann Nichts ganz einfach garnichts? Nicht einmal ein Karton?
Ist dann schreiben zeitgleich lesen?
5. oder 6. Gebot? Vdarüber streiten sich die Götter
gemeint ist: "du sollst nicht töten"
X -
Aufgabe #3
Aufgabenstellung: hauche einem Gegenstand Leben ein.
ein Hauch von Fantasie
alles ist dunkel, alles ist schwarz
ich und du und alle rings um uns herum
und flüssig, eine seltsam duftende Suppe
nicht, dass ich wüsste, was das bedeutet
sie sagen es: „alles ist dunkel und flüssig.“
und ich? Ich kenne nichts anderes...
jedoch weiß ich: ich mag es nicht mehr!
ich weiß es ganz sicher: es gibt noch so viel mehr!
kein Bild, nicht die verträumteste Vorstellung,
und doch, glaube ich fest daran und dann: ...
...meine Welt kommt in Bewegung!
...Sonnenstrahlen dringen ein!
ich und du und alle rings um uns herum
getaucht in hellem, warmem Schein!
...in der Ferne Gelächter!
voll Freude, Spaß und Lust am Leben
und leises Flüstern: „ich wünsch dir Glück“
ist das ein Ring? der da nach oben saust..?
es schaut so aus.. „nimm mich mit!“
jetzt kommt es drauf an! mit aller Kraft, voller Spannung
mit hinauf: zum Licht, zum Wind, zum Glück
jetzt kommt alles zusammen! der Moment, der Ort, ich, und die gute Fee..
wir halten uns fest an den Händen,
ich und du und alle rings um uns herum,
bilden perfekte kreisrunde Flächen,
strahlend und glitzernd im Sonnenschein
und rufen den Wind..
fegt die Luft in uns hinein
ich wandle mich, ganz für mich allein,
wie auch du und alle rings um uns herum,
bis wir einander loslassen
neue Gestalt, aus altem Wesen, zu meiner Form geworden:
rund und bunt schimmernd in allen Farben des Lichts,
im freien Raum tanzen und spielen und fliegen..
als ein Hauch von Fantasie, erschaffen wir mit jedem Moment,
jeder für sich und gemeinsam,
ein neues erhabenes Bild am Firmament
willst die Lösung wissen? VSeifenblase
Einstein sagt: Fantasie ist mehr wert als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
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Aufgabe #4
Aufgabenstellung: Vorgegeben werden …. Begriffe:
Michelsmarkt (alternativ Jahrmarkt) – Riesenrad – Leutesdorf – Fähre – Leyscher Hof – Rheinischer Sauerbraten - Rückfahrt mit der Bahn – Neuwied – Kino „Better Man" - Weißenthurmer Brücke – McDonalds
am Ende der Liste
mürrig vom tristen Verlauf der tristen Existenzen, seiner selbst inbegriffen, sitzt Artur, wie jeden einzelnen Tag, im Café am Ende, oh Verzeihung, natürlich am Arsch der Welten.
Da hockt er nun, auf diesem klapprigen, schon etwas rostigen Bistrostuhl, an dem kein bisschen dazu passenden, fein furnierten Holztischchen aus Uromas Zeiten und schlürft langsam und deutlich im gesamten Café hörbar, in klitzekleinsten Schlückchen, genervt seinen überteuerten Kaffee. Man hat ja sonst nix ... zu tun^^
War er doch, gut ausgestattet mit Reiseführer, Handtuch und Babbelfisch im Ohr, der ihm alle Sprachen übersetzen konnte, mit dem treuen Ford Taunus, der 1985, revolutionär und äusserst fachmännisch mit dem Fluxkompensator ausgestattet wurde und nach dem Verbot viel zu riskanter Zeitreisen (sie hätten ja die Welt verbessern können) nicht mehr dafür genutzt werden durfte, auf Universumreise gewesen. Was ihm nicht alles Großartiges versprochen wurde, was er auf diesem Abenteuer erleben würde, was er auf diesen Pfaden sehen würde, wie unvorstellbar doch die Möglichkeiten seien, "schier endlos wie das Universum selbst", haben sie gesagt.
Doch, was soll er sagen? Bis auf die unerwartete Sichtung eines Pottwals, oder waren es zwei? Man ahnt schon, wo das hinführt, nicht wahr?... Empfand er die sich darbietenden Dinge als uninteressant und als nichts Besonderes. Da kann er auch genauso gut hier sitzen und Wucherkaffee schlürfen.
So staubt der einst treue Begleiter, im Zeichen der weiterlaufenden Zeit, in hauchdünnen Pulverschichten ein, während als letzte Lebenszeichen aus dem Fluxkompensator winzige, rotleuchtende Zuckungen aufblitzen und genau so schnell wieder verschwinden.
Tief versunken in seine depressive Stimmung und seine destruktiven Gedanken, fällt Artur in einen tranceähnlichen Zustand, der alles um ihn herum in einen Nebel hüllt und ihn wohlig einpackt, ihn einlädt, es sich gemütlich zu machen und für immer da zu bleiben. "Oh, wie schön vertraut und bequem ist es doch hier" stellt Artur fest. "Das ist genau der richtige Ort, um diese trostlose Zeit rundum gut zu verbringen! Ich habe ein Zuhause gefunden!" Wie lange er sich in diesem Zustand suhlte, ist nicht zu sagen, Zeit und Raum verschwinden in dieser nebligen Atmosphäre und die Ewigkeit stellt sich ein.
Eine letzte Zuckung des Fluxkompensators, aus den letzten Resten des Plutoniums, lässt einen roten Strahl durch den Nebel zischen und schreibt, mit aller Kraft, die Worte "Hallo Welt!" in den so leer wirkenden Raum.
Artur schreckt auf und schaut angsterfüllt auf die schwebenden Worte, die sich zielgerichtet auf ihn zubewegen. Er kennt diese Worte, aus der Vergangenheit, aus der guten alten Zeit? Von Mutter Erde? Was geschieht hier? Ehe er für weitere Überlegungen Gelegenheit bekommen würde, wird er in diese wundersame Erscheinung hineingezogen, wie durch einen Tornado gewirbelt und schließlich, als wäre er ein lästiger Krümel im Hals, in hohem Bogen ausgespuckt und landet unsanft auf einer Brücke. Irgendwo im Nirgendwo.
"Was 'ne schöne Scheiße!" denkt sich Artur während er seine Knochen sortiert und auf mögliche Verletzungen untersucht. "Was soll ich denn hier und wo bin ich denn überhaupt? "Hallo Welt!", der alte Ruf aus den 70ern, die Welt willkommen zu heißen. Was soll ich jetzt damit?" Zur Sicherheit in sein Handtuch gehüllt, schaut er sich um, kann die Umgebung jedoch nicht wiedererkennen. Ein wenig macht es ihm den Eindruck von Heimat, die er nur so nie gesehen hatte, was auch nicht möglich sein kann! Schließlich wurde seine Heimat, die Erde, gesprengt, um Platz zu schaffen für eine Hyperraum-Expressroute.
"Ob etwas zu diesem Ort im Reiseführer zu finden ist? Dann müsste es ein update gegeben haben. Ich habe doch alles bereist, was es gab und war nie hier." Ein Fünkchen Hoffnung lässt ihn in den Reiseführer schauen und überrascht sieht er dort als aktuellen Hinweis: Jetzt das neuste Reiseerlebnis entdecken! Für weitere Informationen klicken Sie hier!
"Reiseerlebnis? interessant.." murmelt Artur vor sich hin und beherzt klickt er hier.
Jetzt würde er erfahren, wo er gelandet ist, was er entdecken und erleben kann! Es wäre doch endlich möglich, dass er etwas Interessantes und Besonderes geboten bekäme, endlich wendet sich das Blatt zu seinen Gunsten, einfach so, für ihn auf dem Silbertablett präsentiert! Das wurde ja auch mal Zeit!
In den weiteren Informationen ist zu lesen: Wir haben Ihnen eine einmalige Gelegenheit geschaffen! Der Neubau der Erde eröffnete die Möglichkeit, grandiose Dinge zu erschaffen, die wir Ihnen exklusiv anbieten möchten! Rheinromantik! Freuen Sie sich auf Interessantes und Besonderes wie Sie es schon immer gesucht haben! Ihre Weiße Mäuse GmbH
Artur ist begeistert! Voller Tatendrang und Vorfreude spielt er die Audiodatei ab, in der ein Einheimischer mit echten insider-Tipps beschreibt, was es zu entdecken gibt und wo man kulinarisch auf seine Kosten kommt. Überrascht stellt er fest, dass er den Einheimischen nicht versteht. Wie kann das sein? Welche Sprache spricht er? Wieso kann der Babbelfisch die Worte nicht übersetzen? Hat die Weiße Mäuse GmbH kein update eingespielt und ich muss jetzt selbst sehen, was es Interessantes und Besonderes gibt, das mir doch so schön kredenzt werden sollte? "was 'ne schöne Scheiße!"
Was bleibt ihm jetzt übrig? Jetzt ist er hier, wo auch immer das ist, und die Mäuse haben extra die Erde wiedererschaffen. Also rafft er sich auf, legt sich sein Handtuch um den Hals und lässt sich von der KI die Audiodatei in Textform umwandeln, um jedes einzelne beschriebene Interessante und Besondere zu erkunden. Schließlich will er ja jetzt, wo es endlich soweit ist, nichts verpassen! Als geschriebene Worte sind die insider-Tipps zwar auch nicht besser zu verstehen aber Artur hat ein großes Ziel: er würde es herausfinden! Er würde es erleben, das Interessante und Besondere!
Und ganz nebenbei würde er so vielen anderen etwas Gutes tun können indem er umfangreiche Beschreibungen im Reiseführer verfasst, die dieses Reiseerlebnis bequem vereinfachen.
Er macht sich auf den Weg. "was 'ne schöne Scheiße!" denkt er bei den ersten Schritten "Man hätte ja auch daran denken können den Ford Taunus mit hierher zu wirbeln und natürlich aufzutanken, ist doch so!"
So geht er, weiter vor sich hin nörgelnd, über all die Unannehmlichkeiten, die er auf sich nehmen muss, die man, die Weiße Mäuse GmbH, ihm hätte ersparen und um vieles bequemer hätte machen können, die Brücke entlang, ans Ufer des Flusses. "Geschafft!" freut sich Artur im Rahmen seiner Fähigkeiten dafür, "Das war also die erste Sehenswürdigkeit, die Brücke. Das war ja noch recht einfach aus dem Einheimischenkauderwelsch abzuleiten, wenn auch der Name der Brücke noch nicht klar ist." Er schaut sich suchend um, findet jedoch nichts, was den Namen der Brücke preisgeben würde. Seine Blicke und Gedanken schweifen etwas ab: an dem Bauwerk entlang, zur gegenüberliegenden Uferseite, den Fluss ein Stück hinauf und hinunter und wieder zurück bis zu seinen Füßen. "Freuen Sie sich auf Interessantes und Besonderes wie Sie es schon immer gesucht haben!" zitiert er ironisch "Es ist eine Brücke. Nützlich, um über das Gewässer zu gelangen, technisch gut umgesetzt und statisch perfekt ausbalanciert. Und blau. Nichts, das ich schon immer gesucht habe! Es ist eine Brücke und es bleibt eine Brücke, mag sie heißen wie auch immer sie will, das reißt es auch nicht mehr raus! Welch maßlose Enttäuschung!"
Das würde er jetzt gleich so im Reiseführer vermerken. Diese bodenlose Frechheit kann er den Mäusen nicht durchgehen lassen und er muss andere Reisende vor dieser Lüge warnen. "So, liebe Weiße Mäuse GmbH, jetzt werde ich... was ist das denn?!?! Ich habe auf "Beschreibung hinzufügen" geklickt, ich bin angemeldet, das Netz ist gut, was soll das? "Sie sind nicht berechtigt" Nicht berechtigt? Zu was? Von wem? Warum?" Artur schüttelt den Kopf, sein Herz rast und er brüllt "was 'ne Scheiße!"
So geht er, weiter vor sich hin schimpfend über all die Unannehmlichkeiten, die er auf sich nehmen muss, ein Déjà-vu? Das sollte abgekürzt werden, nicht wahr? Er ist gefangen, wie im Murmeltiertag, im falschen Film! Er bemühte sich, fand irgendwo immer wieder Hoffnung, schaute sich alles an und bekam das ersehnte Interessante und Besondere, was dieses trostlose Universum aufpeppen sollte nicht geboten. Nirgends kann er es finden, überall findet er Gründe, die es ert sind sich zu beschweren! Bedenke man auch was versprochen wurde! Was für eine Tortur!
Ziemlich zerknittert fühlt er sich jetzt schon, dennoch rappelt sich Artur auf und setzt tapfer einen Schritt nach dem andern in Richtung der nächsten Sehenswürdigkeit, die der Verheißung nach... naja, er wird es schon sehen. Nach schier nicht enden wollenden Kilometern, zu fuß wohl bemerkt, ein Schild am Wegrand! Die Freude darüber weicht Artur schnell wieder aus dem Gesicht, als er feststellt dass auch das geschriebene Wort strikt die Sprache der Einheimischen einhält und es ihm dämmert, dass es gewollt völlig unverständlich ist und bleiben soll. "Ich werd's euch zeigen!" platzt es aus ihm hinaus und hallt im Zickzack von Ufer zu Ufer den Fluß hinunter. "Ich finde es heraus! Und ich finde das Interessante und Besondere!" Er hält einen Moment inne. "Und im Himmel ist Jahrmarkt..."
Artur ist am Ende der Liste mit echten insider-Tipps, zur Freude auf Interessantes und Besonders wie Sie es schon immer gesucht haben, angekommen und stellt nun fest, es sind nur Dinge wie: Riesenrad – Leutesdorf – Fähre – Leyscher Hof – Rheinischer Sauerbraten - eine Rückfahrt mit der Bahn – Neuwied – Weißenthurmer Brücke. "Alles schonmal da gewesen. Auch McDonalds."
und die Moral am Schluss von der Geschicht': traue weißen Mäusen mit schwarzem Humor nicht! -
für die Abschlusslesung
Aufgabenstellung: eine Wintergeschichte - schreibe eine weihnachtliche oder winterliche Geschichte, eine zur Jahreszeit Winter passende Erzählung
winterlich(t)
Im scheinbar unaufhaltsamen Lauf der Zeit, von Menschenhand zur Messbarkeit fein eingeteilt und allgegenwärtig zur selbstknechtenden Peitsche veredelt, zwischen sich rastlos und wiederkehrend überschneidenden Zeiteinteilungszeigern, die unermüdlich in einer um eine zentrierte Achse kreisenden Bewegung gehalten werden, zeigt es uns auf, so wohlklingend und wortgewandt dies bisher auch dargeboten sein mag, wie relativ und dehnbar die von Wissenschaftlern so scharfsinnig ausgedachte und für alle Zeit gleich gültige Einteilung derer, doch ist.
So steckt nun alles und jeder in diesen, durch Zahnräder angetriebenen, sich wiederholenden Zeitabschnitten, die jede einzelne einen so wunderbar gefundenen Namen erhalten hat, dass es gleichwohl wunderbar erscheint Teil dieses Ablaufs und jedes einzelnen Abschnitts zu sein. Auch die Natur unseres einzigartigen Planeten durchläuft gerne gleichbleibende Jahreszeiten zum Erhalt des vielfältigen und eigenen Daseins und erlegt uns, weiterentwickelten Menschen auf, die Gegebenheiten derer zu meistern.
Unzählige Schneeflocken bedecken in der Winterzeit leise und behutsam die Welt mit einer schneeweißen, im dezenten Sonnenlicht vorsichtig glitzernd, schimmernden Schicht, wie unter Omas Wolldecke zum Schutz vor Kälte, Unbehagen und der Hektik unserer modernen Gegenwart eingekuschelt, während kleine Wassertropfen auf ihrem letzten Weg, der Schwerkraft erlegen, zu imposanten, glasklaren Eiszapfen zusammengefrieren und sich so für eine unvorhersehbare Frostperiode zu einer neuen aber vergänglichen Form gewandelt haben. Diese ganz eigene Zeit, die ihre ganz eigenen Bilder der Landschaften erschafft, die alles vorübergehend verändert was wir so sehr verinnerlicht haben, um uns jedes Jahr aufs Neue darauf zu freuen, dass: Jeder Schritt im Schnee unter der Schuhsohle so lustig knirscht, die Natur sich eine erholsame Pause gönnt, die längere Dunkelheit durch warmen Kerzenschein zur Gemütlichkeit wird und die Tage in eine angenehme Ruhe getaucht werden.
Eine Atmosphäre, die uns Menschen wieder träumen und einzigartige Gestalten entstehen lässt.
Kunstvolle Schneemänner mit Möhrennasen, Knopfaugen und stattlichen Zylindern wachen mit freundlichem und bestimmtem Lächeln im Vorgarten, die nackten Äste der Bäume, dunkel, beinah schwarz erscheinend, werden Nacht für Nacht mit abstrakt geformten Eiskristallen zu funkelnden Zauberstäbchen dekoriert und aus dem schwarz-weißen Panorama leuchten die frabenfrohen Mützen und Schals der Kinder deutlich heraus, während einige Schneeflocken in den Genuss kommen, vereint zu einer Kugel geformt und begleitet von herzhaftem Lachen, nochmals durch die Luft zu fliegen, um gezielt ins Gesicht des Nachbarjungen zu treffen und wieder auseinander zu springen.
Im scheinbar unaufhaltsamen Lauf der Zeit, welche doch so individuell relativ existiert, lässt sie die Dinge willkürlich, als seien sie zufällig und grundsätzlich zum unpassendsten Zeitpunkt, ins Leben treffen. So eröffnen schlummernde Fragen ihren endgültigen Moment ihrer klar zu werden. Sie treten hervor, nach viel zu langer, leidvoller Existenz als Silhouette im Nebel, unvermeidbar zu IHRER Zeit, die SIE für richtig erachten, in die Aufmerksamkeit, in den Fokus, mit all ihrer Größe, ihren Schmerzen und Ängsten. Sie lösen sich hin zur Erkenntnis, zum neuen Weg und Wohl des Menschen, der sie JETZT braucht.
Dieser Augenblick steigert sich in all seiner Pracht, zu seiner Vollkommenheit, am knisternden, wohlige Wärme spendenden Lagerfeuer, im gemütlichen und herzlichen Beisammensein unserer liebgewonnenen Freunde, bei einigen guten Schlückchen und schwelgend in Erinnerungen und erhabenen Momenten. Wir begehen feierlich die längste Nacht des Jahres und genießen die ruhigen Freuden des Lebens bis erste Sonnenstrahlen die Nacht der Wintersonnenwende, deren behagliche Atmosphäre für die Ewigkeit hätte bestand haben sollen, langsam einem Ende zuführen und der Tag erwacht, der den nächsten Schritt des stetig wiederkehrenden Wandels geht, sodass sich die Welt weiterdreht und das Leben mit der Sonne zurückkommt.